Blockbuster im Kopf
- Sabine Terhorst
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Was sind die Fakten? Und was ist meine Geschichte, die ich dazu erzähle? Inwiefern werde ich von älteren Erfahrungen beeinflusst und wie oft nehme ich Entscheidungen vorweg, weil ich ein ganz bestimmtes Ergebnis erwarte? Wie schnell treffe ich vorschnelle Urteile über jemanden, weil es sich eben so anfühlt, als würde ganz genau das gemeint sein (was auch immer) und was weiß ich denn eigentlich wirklich darüber? 🤔
Ich würde behaupten: die meisten von uns – und mich ganz sicher eingeschlossen – machen dies öfter, als ihnen lieb ist. Und je länger eine Beziehung aufgeladen wurde mit verschiedenen Erfahrungen, umso einfarbiger wird der Film bzw. das Ende ist schon lange vorher absehbar. Der Bösewicht 😈 steht fest und seine Absichten sind in jedem Fall schädlich und unlauter.
Ich bin manchmal selbst sehr überrascht, wie sehr ich meinen Geschichten im Kopf Glauben schenke. Es ist einfach so, dass ich vergesse, dass ich Ideen folge – so als würde ich vergessen, dass ich einem Spielfilm zuschaue und glaube, ich bin ein Teil der Story. Und das geht so schnell… 🙈
Mein Mann hat schlechte Laune? Dann frage ich mich, was ich wohl falsch gemacht habe und wie ich jetzt wohl die schlechte Laune ausgelöst haben könnte.
Meine Teilnehmerin meldet sich nicht? Dann hat ihr wohl meine letzte Yogastunde nicht gefallen.
Mein Klient sagt den Termin ab und vereinbart keinen neuen? Dann muss ich ihn wohl enttäuscht haben.
Die Wahrheit aber ist: ich habe keinen blassen Schimmer, warum diese Menschen so handeln. Spannend ist aber, dass ich mir jedes Mal die gleiche Geschichte dazu erzählt habe. „Ich bin das Problem“ – „Ich habe wohl etwas falsch gemacht“ – „Der andere mag mich jetzt nicht mehr“. 🧐
Kennst Du solche Tendenzen auch? Kennst Du das, dass Deine Geschichten oft einen ähnlichen Ausgang haben? „Die anderen sind anstrengend“ – „Auf die anderen kann man sich nicht verlassen“ – „Die anderen haben kein Interesse an mir“ – „Mich kann man schlecht aushalten“ – „Ich denke, dass mich die anderen anstrengend und nervig finden“ – „Ich habe die Verantwortung für die Gefühle der anderen“ usw…
Im buddhistischen Kontext nennt man das „gewohnheitsmäßige Tendenzen“. Allgemein könnte man das auch „ein Muster“ nennen. Eine Art Blaupause, mit der ich meine Realität immer wieder abgleiche und immer wieder das gleiche Ergebnis erwarte.
Ich lade Dich heute dazu ein, Dich daran zu erinnern, dass Du gar nichts weißt. Das Einzige, das Du weißt, ist, was jetzt gerade ist. Die Fakten. Alles andere sind Erinnerungen (die auch schon eingefärbt sein können) und Annahmen. Damit öffnest Du die Tür zu dem Raum aller Möglichkeiten wieder. Und ich glaube fest daran, dass es Dich positiv überraschen kann! 🤗


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