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Erlebe die Lebendigkeit des gegenwärtigen Moments ✨

Gestern ist mein neuer Achtsamkeitskurs gestartet. Zum Einstieg habe ich meinen Teilnehmerinnen eine getrocknete Mango oder eine Nuss angeboten. Sie durften sich jeweils zwei Stück nehmen.


Das erste Stück haben wir ganz achtsam gegessen. Wir haben es betrachtet, daran gerochen, es ertastet und dann ganz langsam probiert. 🥭 Wie fühlt es sich im Mund an? Wie verändert sich der Geschmack? Und was nehmen wir wahr, wenn wir uns wirklich Zeit dafür lassen?


Das zweite Stück durften sie dann so essen, wie sie es normalerweise tun würden.


Das Ergebnis war ziemlich eindeutig: Die erste Runde wurde von allen viel intensiver erlebt. Der Geschmack kam stärker hervor und weil alle Sinne beteiligt waren, fühlte sich das Ganze viel lebendiger an. Eine Teilnehmerin sagte sogar, sie wolle ab jetzt nur noch so essen. 😊


Und während ich das hier schreibe, stehen neben mir meine Wasserflasche und ein paar Cracker. Immer mal wieder schiebe ich mir einen Cracker in den Mund und trinke direkt einen Schluck Wasser hinterher. Gleichzeitig schaue ich auf den Bildschirm und überlege, wie ich am besten in Worte fassen kann, was ich eigentlich transportieren möchte.


Das Essen passiert dabei einfach nebenher.


Ich mache mehrere Dinge gleichzeitig und meine Aufmerksamkeit teilt sich auf. Dadurch wird das Erleben automatisch flacher. Es verliert an Intensität. Der Cracker ist dann einfach nur noch ein Snack, der meinen Magen ein bisschen füllt. Ich esse ihn zwar – aber ich erlebe ihn kaum.


Vielleicht kennst Du das auch:


Wir gehen mit Kopfhörern durch den Wald, anstatt dem Rauschen der Blätter und der ganz besonderen Stille zu lauschen, die entsteht, wenn sonst niemand da ist. 🌿


Wir sitzen im Zug und schauen auf unser Handy. Später wissen wir nicht einmal mehr, wer neben uns saß. Aber an die Reels, die wir gesehen haben, erinnern wir uns meistens auch kaum – denn irgendwie waren sie alle austauschbar. 📱


Auf einem Konzert halten wir das Handy hoch und prüfen, ob wir die Bühne auch wirklich gut im Bild haben. Dabei könnten wir einfach die Augen schließen, der Musik zuhören und spüren, was sie in uns auslöst. 🎶


Und dann gibt es diese anderen Momente:


Wir sitzen im Urlaub am Strand. Das Handy ist nicht dabei. Unsere Hände berühren den Sand und der Wind fährt uns durch die Haare. Und plötzlich spüren wir die Intensität dieses Augenblicks. 🌊


Wenn wir ganz in genau diesem einen Moment ankommen, sehen wir auf einmal die Möwen, die sich um etwas streiten. Wir beobachten die kleinen Sandläufer, die vor den Wellen davonlaufen, und entdecken vielleicht sogar einen winzigen Krebs, der sich vor den Möwen im Sand versteckt. 🦀


Wir fühlen uns lebendig.


Das Erleben selbst füllt den Raum. Es gibt gerade nichts zu erledigen, nichts zu erreichen und nichts, was wichtiger wäre.


Einfach sein.


Ich lade Dich ein, jetzt für einen Moment innezuhalten. 🧘‍♀️


Was hörst Du gerade?

Was siehst Du?

Was riechst Du?

Was schmeckst Du?

Was fühlst oder ertastest Du?

Und was ist gerade in Dir lebendig?


Entscheide Dich dann für eine Sache, die jetzt zu tun ist, und führe sie so bewusst und achtsam wie möglich aus.


Egal, was es ist: das Geschirr spülen, das Bett beziehen, die Kinder mit dem Auto abholen oder ein Gespräch mit einem Kunden führen.


Du musst diesen Moment nicht besonders machen.


Sei einfach ganz da. 💛

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