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Emotionen regulieren – zwischen Überregulation und fehlender Regulation


Emotionen sind die Würze unseres Lebens 🌶️✨


„Emotion“ wird auch mit „Gemütsbewegung“ übersetzt. Das entscheidende Wort hierbei ist Bewegung. Es ist nämlich nicht nur so, dass in uns etwas in Bewegung ist – Emotionen sind auch dazu da, uns im Allgemeinen in Bewegung zu bringen. 🌀


Dabei sind Emotionen erst einmal vollkommen neutral zu bewerten. Denn sie alle haben ihre Berechtigung. Keine der möglichen Emotionen, die wir ausdrücken können, ist „sinnlos“, „schlecht“ oder „böse“. Ganz im Gegenteil! Natürlich sind manche unserer Gefühle angenehmer als andere – das steht außer Diskussion. 😊😔😡😨


Das, was den Umgang mit Emotionen manchmal so schwer werden lässt, ist die Möglichkeit beziehungsweise die Kapazität des jeweils Betroffenen, mit den Emotionen zu sein.

Klingt banal? Ist es aber nicht! ☝️


Besonders deutlich wird uns das, wenn Menschen dazu neigen, ihre Emotionen unkontrolliert auszuagieren. Im Extremfall sind das Personen, die zu cholerischen Wutausbrüchen neigen 😡, in endloser Trauer versinken 😢 oder eine so überbordende Freude zeigen 🤩, dass sie die Anwesenden eher erschreckt, als dass sie ansteckend wirkt.


Schaut man psychopathologisch darauf, würde man bei einer extrem eingeschränkten Regulationsfähigkeit von einer Emotionsregulationsstörung sprechen.


Spannenderweise wird die „Überregulation“ von Emotionen – also das starke Wegdrücken einzelner oder allgemeiner emotionaler Bewegungen – tendenziell nicht auf dieselbe Weise als Störung wahrgenommen. Schließlich wirkt der Mensch nach außen vielleicht ruhig, kontrolliert und angepasst. 🤐


Häufig wird erst dann genauer hingeschaut, wenn sich daraus beispielsweise depressive Beschwerden, Ängste, Zwänge oder ein problematisches Essverhalten entwickeln. Hinter solchen Beschwerden kann nämlich genau das liegen: eine Neigung, die eigenen Gemütsbewegungen – also die Emotionen – wegzudrücken, sie grundsätzlich negativ zu bewerten und sich schließlich sogar für die Gefühle abzuwerten, die man überhaupt noch wahrnehmen kann. 🫥💔


Wie lernen wir eigentlich, mit Emotionen umzugehen? 👶🧒

Im Kindesalter ist es zunächst die Aufgabe der Eltern oder anderer enger Bezugspersonen, die Emotionen des Kindes zu regulieren.


Das Baby schreit. Mama und Papa halten es, trösten es und sind für es da. 🤱🤍

Das Kleinkind bekommt einen Wutanfall. Mama und Papa spiegeln das Verhalten des Kindes, setzen liebevolle Grenzen und bleiben mit ihm in Kontakt. 😤🫶

Das Schulkind weint wegen einer schlechten Note. Mama und Papa sind präsent, zeigen Verständnis für die Trauer und vermitteln, dass ihre Liebe zum Kind weder von dessen Leistung noch von seinen Emotionen abhängig ist. 📝😢❤️


Soweit, so ideal. 😉


Mama und Papa sind aber Menschen. Sie haben ihre eigenen Themen, ihre eigenen Verletzungen und ihre eigenen Grenzen. Und so geschieht es, dass ein Kind auf seine ganz eigene Art und Weise lernen muss, mit den aufkommenden Emotionen umzugehen.


Dabei steht die Beziehung zu den Eltern für das Kind immer ganz oben auf der Prioritätenliste. Das ist nichts Schlimmes – sondern erst einmal vollkommen natürlich. 🌱


Manchmal entstehen daraus jedoch Anpassungsstrategien, die im Erwachsenenalter Schwierigkeiten bereiten können. Vielleicht lernt ein Kind, dass es sich Wut auf keinen Fall erlauben darf. 🤐😡


Oder es lernt nicht, die eigene Wut zu verstehen und zu regulieren. Dann kann sie irgendwann so übermächtig werden, dass sie regelrecht aus ihm herausbricht und es die Kontrolle darüber verliert. 🌋


Diese Strategien waren einmal ein Versuch, mit einer bestimmten Situation zurechtzukommen und wichtige Beziehungen zu schützen. Nur passen sie möglicherweise heute nicht mehr zu dem erwachsenen Menschen und seinem Leben.


Was wäre also ein guter Umgang mit Emotionen? 🤔💡

  1. Wahrnehmen 👀Was fühle ich gerade?

  2. Akzeptieren 🤍Kann ich anerkennen, dass dieses Gefühl im Moment da ist?

  3. Erforschen 🔎Was brauche ich gerade – und was möchte mir die Emotion eigentlich mitteilen?

  4. Sich nicht mit den Gefühlen identifizieren 🌊Denn Gefühle kommen und gehen. Ich habe ein Gefühl – aber ich bin nicht dieses Gefühl.


Der achtsame Mensch wird gerade erkannt haben, dass dies vier Grundpfeiler der Achtsamkeit sind. 🧘✨

Es sind aber auch wichtige Grundlagen therapeutischer Arbeit.


Doch alles beginnt erst einmal mit dem ersten Schritt:

Wahrnehmen und erkennen. 👁️💭


Daher lade ich Dich ein, heute einmal alle Gefühle zu benennen, die in Dir auftauchen. Auch wenn sie nur ganz kurz da sind. Auch wenn Du sie eigentlich doof findest und überhaupt nicht haben willst. 😅🙈

Vielleicht ist da Freude 😊, Traurigkeit 😢, Wut 😡, Angst 😨, Scham 🫣, Unsicherheit 😕, Neid 😒, Erleichterung 😌 oder etwas ganz anderes.


Und wenn Du keinen Namen dafür findest – was durchaus möglich ist –, dann registriere eben genau das:

Da ist etwas, das ich fühle, für das es aber noch keinen Ausdruck gibt. 🌫️💭


Auch das ist Wahrnehmung. Und vielleicht ist genau das bereits der erste kleine Schritt zu einem anderen Umgang mit Deinen Gefühlen. 🌱✨

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