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Hilfe annehmen und Hilfe geben
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Ich habe jetzt ein paar Jahre hinter mir, in denen ich anderen helfen durfte đŸ–€. Ich habe es immer gerne getan. Naja, manchmal vielleicht auch mehr, weil mein Pflichtbewusstsein mich dazu anhielt 😏 – aber irgendwie war es dann doch gerne. Und ich habe mich in dieser Zeit oft gefragt, warum Menschen sich so schwer damit tun, Hilfe anzunehmen. Ich dachte immer, dass sie damit ja nicht nur sich selbst, sondern eben auch mir schaden. Denn ich musste ja auch mit den Konsequenzen des Unterlassens leben. Ich war schnell dabei mit einer Meinung darĂŒber, dass man es sich ja wohl nicht so schwer machen mĂŒsste. Manchmal hat es mich auch geĂ€rgert 🙄



Und dann hatte sich meine Schulter mal gedacht, sie mĂŒsste sich entzĂŒnden. Ich hatte wirklich starke Schmerzen in der linken Schulter und mein Bewegungsumfang auf der linken Seite ist quasi von heute auf morgen auf ein absolutes Minimum geschrumpft. Es ist spannend, denn obwohl es „nur“ die linke Seite war, war ich extrem eingeschrĂ€nkt. Dinge, wie den BH zu schießen, die Hose hochzuziehen, ein T-Shirt ĂŒber den Kopf zu ziehen, Haare waschen đŸ’†đŸ»â€â™€ïž und Ă€hnliches, braucht eben zwei HĂ€nde. Mein Mann war sehr fĂŒrsorglich und bot mir seine Hilfe an. Und das machte was mit mir 😕



Ich lebe mit diesem Mann seit ĂŒber 20 Jahren zusammen und es war mir furchtbar unangenehm, seine Hilfe zu beanspruchen. Mir von ihm den BH schließen zu lassen. Die Haare waschen zu lassen. Egal was. Eigentlich noch ganz banale Dinge und doch spĂŒrte ich in mir einen großen Widerstand.


Eigentlich nur eine Kleinigkeit und es hat meine Meinungen zu Ă€lteren Menschen, die die Hilfe verweigern, schlagartig verĂ€ndert. Ich möchte einfach meine SelbstĂ€ndigkeit bewahren. Ich möchte nicht von anderen abhĂ€ngig sein. Ihnen nicht zur Last fallen. Ich hatte Angst, mein Mann könnte denken, ich stelle mich nur an. Ich habe mich geschĂ€mt, weil ich es nicht noch mal versucht habe. Doch all das war in meinem Kopf – es gab nichts im Außen, was dies begrĂŒndet hĂ€tte – und schon gar nicht das Verhalten meines Mannes.


Wenn es bei offensichtlich körperlichen Schmerzen schon so schwer sein kann, Hilfe zuzulassen, wie ist es denn mit psychischen oder seelischen Schmerzen? Wenn zu der Scham und dem GefĂŒhl "nicht normal zu sein" auch noch die Idee dazu kommt, dass die anderen ja nicht sehen können, wie schlecht es einem geht? Wenn sie glauben könnten, man spielt das ganze nur vor.


Kannst Du Hilfe annehmen? Wie ist das, wenn Du mĂŒde und erschöpft bist und Dein Partner/Deine Partnerin bieten an, die WĂ€sche zu ĂŒbernehmen? Kannst Du zulassen, dass Dir jemand etwas Gutes tun will, oder neigst Du dazu, Verantwortung fĂŒr die Person zu ĂŒbernehmen und nicht zur Last fallen zu wollen?


Und wie ist es, wenn Du Hilfe geben möchtest und Du wirst abgewiesen? Kannst Du MitgefĂŒhl fĂŒr die Person entwickeln, die mit allen Mitteln versucht ihre SelbstĂ€ndigkeit zu erhalten, oder bist Du wĂŒtend und fĂŒhlst Dich abgelehnt?


Ich lade Dich ein, dieses Thema mal in Dir klingen zu lassen und die Perspektiven zu wechseln. Nichts ist schwarz ⚫ oder weiß âšȘ – das Leben fließt dazwischen. â˜ș

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