top of page

Anstrengungsloses bemühen

In der letzten Yogastunde zum "Regenerativen Yoga" teilten die Teilnehmerinnen in der Gruppe, dass sie das Gefühl hätten, immer gestresst zu sein. Obwohl sie vielleicht mehr Zeit hätten (weil die Kinder größer geworden und selbständiger sein), wäre immer das Gefühl da, von einem Termin zum anderen zu hetzen. Ich glaube, dieses Gefühl haben viele Menschen. Der naheliegende Lösungsversuch ist meist, sich „besser“ zu organisieren. Lustigerweise führt das meist einfach nur dazu, dass man sich noch mehr rein packt, weil die durch bessere Organisation frei gewordenen Zeiten doch schnell mit etwas anderem gefüllt werden. Man kann Probleme eben nicht mit der gleichen Denkweise lösen, mit der sie entstanden sind. 🤓😉


Ein anderer Ansatz ist vielleicht einmal zu prüfen, WIE man die Themen bearbeitet, die eben zu bearbeiten sind. Mit welcher inneren Haltung man den Anforderungen des Alltags begegnet. 🤔


Der Yoga bietet da eine sehr praxisnahe Übungsmethode an. Nämlich das anstrengungslose Bemühen. Auf körperlicher Übungsebene lässt sich das sehr leicht erleben. Ich nehme eine Haltung ein und forsche dann, wo ich Anspannung wirklich brauche – um eben die Haltung einnehmen zu können. Und wo baue ich Anspannung auf, die ich gar nicht für die Haltung brauche? Beiße ich die Zähne zusammen? Spanne ich den Nacken an? Sind die Oberschenkel angespannt? Usw. Fast immer mache ich bei mir die Beobachtung, dass es einige Orte in meinem Körper gibt, in denen ich Spannung halte, die gar nicht notwendig ist. Wenn ich das mitbekomme, löse ich sie. Ich übe mich darin, nur das wirklich anzuspannen, was gerade notwendig ist – um die Haltung so anstrengungslos wie möglich zu gestalten. ☺️


Das gleiche kann ich auf mein Tun im Alltag übertragen. Ist es wirklich notwendig, die Dinge mit Eile auszuführen? Kann ich den Prozess ein wenig entschleunigen und einfach mal kurz durchatmen? Muss ich wirklich zwei Dinge gleichzeitig tun oder kann ich eins nach dem anderen machen? Ist es möglich, auch mal was sein zu lassen und nicht heute zu erledigen? Die Antwort ist JA – alles was es braucht, ist Achtsamkeit und eine innere Ausrichtung. Und vor allem braucht es Freundlichkeit und Wohlwollen ❤️ – denn es werden zwangsläufig all die Muster bewusst werden, die uns ständig antreiben und einflüstern, noch mehr zu tun. Die Ängste, die hinter den Mustern stehen, wie zum Beispiel nicht zu genügen oder nicht da sein zu dürfen. Dazu braucht es Freundlichkeit. Dazu braucht es Wohlwollen und Mitgefühl. Und... es braucht ein bisschen Übung! 🤗


Vielleicht magst Du Dich während der Ostertage ja mal im anstrengungslosen Bemühen üben. Einfach nur, weil es schlau ist. 🤓


Ich wünsche Dir schöne Feiertage! 🐣🌸🌷

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
"Die Wurzel des Leidens ist Anhaftung."Buddha

Anhaftung ist ein komisches Wort. Es hat viele Spielformen. Man könnte auch sagen, die Wurzel unseres Leidens ist die Unfähigkeit, die Dinge sein zu lassen, wie sie sind. Oder auch, die *Unfähigkeit u

 
 
 

Kommentare


bottom of page