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Maitri - liebende Güte, Freundlichkeit, Wohlwollen und Mitgefühl

Maitri (Sanskrit: maitrī, f.) bedeutet liebende Güte, Freundlichkeit, Wohlwollen und Mitgefühl. Es bezeichnet eine bedingungslose, freundliche Haltung sich selbst und allen Wesen gegenüber, oft als Kern von Selbstliebe und Herzensbildung verstanden. Das Konzept stammt aus dem Yoga und Buddhismus (Pali: metta), das durch Meditation kultiviert wird. (Google KI).


Wenn man so in unsere Welt schaut, scheint Freundlichkeit und Gewaltlosigkeit unendlich weit weg zu sein. Es scheint so, also wäre der Glaube an die Heilsamkeit dieser Haltung eine kindliche, naive Vorstellung, mit der wir eigentlich nur enttäuscht werden können. Doch wenn wir darauf warten, dass „die anderen“ damit beginnen, bin ich Teil des Problems.


Aus therapeutischer Sicht ist man eingeladen, diese Haltung erst mal sich selbst gegenüber zu üben. Dabei geht es nicht um Egoismus. Egoismus ist nicht freundlich. Weder anderen noch sich selbst gegenüber. Egoismus ist im Kern das Gefühl von Mangel und erzeugt eine Gier, sich das zu holen oder zu verschaffen, was einem „zusteht“. Es ist auch weit weg von mitfühlend oder wohlwollend. Es ist einfach nur egoistisch.


Es geht zum Beispiel eher darum, dem Gefühl des Mangels wohlwollend zu begegnen. Freundlich zu sein, mit meiner Gier. Es ist ein Umhüllen all meiner leidvollen Muster mit Liebe und Zuwendung. Meist eine Zuwendung, die ich in meiner Kindheit gebraucht, aber nicht bekommen habe. Es ist aber eben auch bedingungslos ehrlich, denn es braucht eine Offenheit, den inneren Dämonen zu begegnen. Die Gier anzuschaun. Und auch dem Gefühl des Mangels offen zu begegnen. Meist laufen wir vor Ihnen weg. Haben Angst, sie könnten uns auffressen und verzehren.


Maitri ist eine Haltung, die nichts will. So, wie die Liebe sagt: „Es ist, wie es ist“. Eine Haltung, die mich vollumfänglich umarmt. Was für eine schöne und wärmende Vorstellung es doch ist, wenn mir das gelänge. Doch in meiner Praxis mache ich oft die Erfahrung, dass sich ein Mensch entspannt, wenn er es annehmen kann. Wenn er sich selbst mit Freundlichkeit begegnen kann. Und spannenderweise werden die Dämonen dann weniger furchteinflösend – manchmal sogar bedürftig und zahm.


Udo Schröter lehrt in seinen Workshops die Frage „was würde die Liebe tun?“ Wenn Du mit Deinen Ecken und Kanten haderst, im Außen Deine Kämpfe führst… und Du hälst nur einen Moment inne, könntest Du Dich fragen „was würde die Liebe tun?“. 💛


Maitri ist keine Methode – sie ist eine Haltung sich selbst und anderen gegenüber. ❤️ Sie ist ein Weg und kein Ziel. Und man kann es üben…


Wenn Du gerade haderst oder im Leben struggelst, versuche Dir ein bisschen freundlicher zu begegnen. Und frage Dich vielleicht auch, was die Liebe tun würde?

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