"Das größte Problem der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte stattgefunden." - George Bernard Shaw
- Sabine Terhorst
- 10. März
- 2 Min. Lesezeit
Ich schreibe dies, weil ich gerade gestern zweimal ein Beispiel dazu hatte. Große Gefahr: Sprachnachrichten. Jaja, ich liebe sie 🤪. Ich rede mir alle so meine Gedanken vor mir hin und ich bin eigentlich ja nur im Kontakt mit mir. Wie toll, dass mir niemand reinredet und wie schön, dass ich erst mal alles abladen kann, was mir so im Kopf rumschwirrt. Trifft diese Nachricht dann aber auf einen empfindlichen Boden, habe ich erst mal keine Möglichkeit mehr, korrigierend einzuwirken – denn ich kriege es während des Redens gar nicht mit und gesagt ist dann wohl gesagt. 🫢
Was bei Sprachnachrichten ein Extremfall ist, passiert auch sonst im Leben. Ich sage etwas und im anderen wird ein Teil von dem, was ich gesagt habe, verarbeitet. Jeder, wirklich jeder von uns hat Wahrnehmungsfilter. Ein besonderer ist der, der ganz alte Verletzungen als roten Knopf 🔴 abgelegt hat und wenn etwas gesagt wird, was diesen roten Knopf drückt, dann wird es richtig spannend. Man kommuniziert nicht mehr über das, was gesagt wurde, sondern man reagiert auf den alten Schmerz. Eine echte Kommunikation findet also gar nicht mehr statt. 🧐
Mein Mann sagt immer: „Kommunikation kommt von komisch. 🙃“ Das merke ich ganz oft. Rückblickend – wenn sich die Illusion aufgeklärt hat – kann man dann doch darüber lächeln 🫣. Währenddessen ist es meist weniger lustig.
Wir glauben immer, Kommunikation wäre so einfach. Aber Worte sind lediglich Kompromisse, die einen viel komplexeren Sachverhalt beschreiben. Beispiel: stell Dir einen Hund vor. Wir wissen alle, was mit „Hund“ gemeint ist, aber jeder von uns hat einen anderen im Kopf. Meistens ist alles gut, denn das Wort „Hund“ reicht für die meisten Situationen aus. Aber manchmal redet man dann doch aneinander vorbei, weil ein Hund für mich vielleicht kniehoch ist und für Dich gerade mal über den Knöchel geht. Es sind unsere Erfahrungen und Erinnerungen, die das innere Bild prägen. Und wenn dann noch alte Erfahrungen dazu kommen, die Angst erzeugen oder Schmerz (z. B. wurde man von einem Hund gebissen), dann verändert sich nochmal die Reaktion auf das Gesagte.
Was hilft? Darum wissen und fragen! Darüber reden! „Wie hast Du das gemeint“? „Verstehe ich das richtig, dass…“. Und dann lässt sich das vielleicht auch über eine Sprachnachricht klären. 🙈 Aber ich habe gemerkt: der zeitliche Versatz ist wirklich ungünstig... 😏 Besser: einfach persönlich reden...
Hab einen schönen, kommunikativen Tag! 😘

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