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Entspann Doch doch mal...

Das Herz ❤️ macht es uns vor: es spannt sich an und entspannt sich. Es spannt sich an und entspannt sich. Der Atem 🫁 macht es uns vor: wir atmen ein und unser Nervensystem reagiert „sympathisch“ (=angeregt) und wir atmen aus und unser Nervensystem reagiert parasympathisch (=entspannt). Unser Leben fließt, weil es beides gibt: Anspannung und Entspannung.


Ich beschäftige mich nun 10 Jahre mit Yoga und 8 Jahre mit Psychotherapie. Und ich komme fast immer wieder auf einen grundlegenden Punkt zurück: wahre Veränderung, Klarheit, echte Freude und die oft ersehnte geistige Ruhe kann nur in der Entspanntheit entstehen. Sicher kann man sogar sagen, dass die Selbstheilungskräfte und Abwehrmechanismen unseres Körpers in einem entspannten Zustand besser funktionieren. In jedem Fachbuch, das ich mir zu verschiedenen Störungsbildern angehört habe (Depression, Psychosomatische Störungen, Sucht usw). wird irgendwann auf die Möglichkeit eingegangen, wie Entspannung und Achtsamkeit die Schwierigkeiten verbessern können und präventiv helfen können, das Wiederauftreten zu vermeiden. 🧐


Für mich ist das mittlerweile so klar und offensichtlich, dass ich es manchmal unnötig finde, darüber zu sprechen 😌. Doch das Wissen ist das eine… Die Umsetzung ist dagegen spannenderweise für den ein oder anderen extrem schwierig (für mich übrigens manchmal auch).


Wir sind darauf konditioniert, etwas zu machen. Es scheint manchen nahezu unmöglich, dass die Lösung darin liegen sollte, es zu lassen. Denn das ist Entspannung nun mal: *es lassen*. *Es „sein“ lassen.*


Stress hingegen begünstigt unsere Antreiber & Überlebensstrategien: Perfektionismus, es anderen Recht machen müssen, „Ich kann es alleine am besten“, beeil Dich, sei stark… Das sind alles Strategien, bei denen wir noch mehr machen „müssen“, weil wir glauben, so könnten wir das alles besser bewältigen. Das erzeugt also noch mehr Stress. Und das verstärkt die Antreiber und Überlebensstrategien. Manchmal ist man so sehr im Tunnel, dass man wirklich keine Alternative mehr dazu sieht – und das, obwohl man kurz vor dem Abgrund steht. Und wenn jemand dann sagt: „Entspann Dich doch mal“ weiß man nicht mehr, wie.


Ich frage meine Klienten oft, was für Qualitäten sie eigentlich bräuchten. Das, was mit Abstand am häufigsten genannt wird, ist *„Gelassenheit“* (=die Fähigkeit, es lassen zu können). Auch oft dabei ist *„Geduld“* (=die Fähigkeit, zu warten). Sie möchten wieder mehr *„Freude“* empfinden (=die Dinge von Herzen anzunehmen, wie sie sind).


Alle eint oft die Angst vor dem Kontrollverlust. Was passiert, wenn ich es lasse?


Hier sind wir natürlich oft im therapeutischen Prozess. Aber Du kannst es ausprobieren. Übe im Kleinen… Nehme Dir mal 5-10 Atemzüge „Urlaub“ vom „müssen und wollen“. Nimm Dir eine Auszeit (5 oder 10 Atemzüge) von Deinen üblichen Strategien. Schau, ob Du in dieser kleinen Auszeit das Leben – so wie es gerade ist – sein lassen kannst. Dabei dürfen auch die Widerstände sein. Dein Herz ❤️ macht es Dir vor: es macht nach jedem Schlag eine Pause. Dein Leben geht „trotzdem“ bzw. gerade deshalb weiter!


Vielleicht hast Du gerade auch Urlaubszeit ☀️. Das wäre doch eine wundervolle Möglichkeit es zu lassen. 🧘🏻‍♀️

 
 
 

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