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Führst Du ein Leben im Tracker, oder weißt Du noch selbst, wie es Dir geht?


Ich muss gleich eines vorweg nehmen: ich bin weder Gegner von Technik, noch verzichte ich selbst auf nette Features, die mein Leben und meinen Lifestyle unterstützen. Und doch mache ich mir manchmal Gedanken darüber, ob dieser Trend wirklich noch gesund ist.


So richtig aufgefallen ist es mir, als ich nach Tipps gesucht habe, meine Laufleistung zu verbessern. Es gab irgendwie niemanden und auch keine Internetseiten, die darauf eingegangen wären, auf was ich körperlich achten soll. Immer ging es um Pulsfrequenz, systematische Streckensteigerung, die natürlich durch ein Gerät vorgegeben wird und ähnliches. Als Yogini, die ihren TeilnehmerInnen immer wieder nahelegt, auf sich selbst zu hören und bei sich zu bleiben, war ich sehr überrascht, dass es sowas wohl beim Laufsport nicht zu geben scheint.


Kennst Du Menschen (vielleicht gehörst Du auch selbst dazu), die bei der Frage „wie hast Du geschlafen“ auf ihre Smartwatch schauen? Kennst Du Menschen, die auf die Frage „fühlst Du Dich gerade entspannt“ ebenfalls erst mal den eingebauten Pulsmesser zu Rate ziehen müssen? Was darfst Du essen? Wieviel trinkst Du am Tag? Kannst Du mal ruhig ein- und wieder ausatmen? Bin ich wirklich gelaufen, wenn es ein Schrittzähler nicht dokumentiert hat?


Natürlich weiß ich selbst, dass sowas Spaß macht. Es motiviert, es erinnert vielleicht auch daran, eine neue Routine einzubauen. Doch was ist, wenn ich dadurch verlerne, mir selbst zuzuhören? Wenn ich das, was auf einem Display sehe, realer finde, als das, was ich in mir wahrnehme?


Ich beobachte das in einer extremen Form bei Menschen, die eine Panikstörung haben. Na klar ist es total hilfreich und wertvoll, wenn man dann anfangs ein Gerät hat, das einem signalisiert „alles ok, es ist nicht lebensbedrohlich“. Doch im ungünstigsten Fall entwickelt man eine Art Abhängigkeit und totale Unsicherheit ohne diese Geräte.


Ich möchte Dich einfach einladen, Dein Tracking-Verhalten einmal zu hinterfragen. Vor allem auch unter der Hintergrund, ob es Dir wirklich nützt oder ob Du Dich abhängig machst von einem kleinen Display, ohne das Du einfache Frage, wie z. B. „wie geht es Dir gerade“ nicht mehr sicher beantworten kannst.

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