Wenn ich dazugehören will...
- Sabine Terhorst
- 10. März
- 2 Min. Lesezeit
Eine Leserin von Psychoyogisch schrieb mich an und beschrieb im Zusammenhang mit dem Gefühl der Einsamkeit eine Frage. Wie soll man damit umgehen, wenn man einerseits dazugehören will, andererseits man aber Dinge akzeptieren muss, die einem nicht guttun? Beispielsweise, weil in der Gruppe immer Alkohol getrunken wird und man selbst das nicht will. 🤔
Aus meiner ganz persönlichen Erfahrung heraus kenne ich dieses Problem und diese Fragestellung nur zu gut. Und ich denke, dass viele Perspektiven da mit rein spielen. Eine zentrale ist wohl die Frage: mit was nährst Du Dich? Und nimmst Du Dich und Deine Bedürfnisse in Bezug auf die Nahrung wichtig?
Mit Nahrung ist ja eben nicht nur physische Nahrung gemeint. Sondern auch geistige und soziale Nahrung 🫂. Vielleicht hilft diese Art, Deine Kontakte zu betrachten, ein bisschen weiter? Denn wir brauchen Nahrung. Und jedem ist klar, wenn er sich nur von Fastfood ernährt, dass es auf Dauer nicht gut gehen wird. Wenn es um geistige und soziale Nahrung geht, sind wir da nicht so schnell, Klarheit zu finden. Denn es gibt etwas in uns, das eine schlechte Beziehung gar keiner Beziehung vorzieht. Aus psychologischer Sicht würde man hier erst mal vermuten, dass dies ein „kindlicher Blickwinkel“ ist. Denn ein Kind ist auf die Beziehung angewiesen und eine Beziehung, die schlecht nährt ist immer noch besser als gar keine. Denn das Kind hat keine Wahl.
Als Erwachsener haben wir haben eine Wahl. Wir können unsere Beziehungen gestalten. Wir können spüren und kommunizieren, was wir brauchen und was uns guttut. Wir können neue Beziehungen in unser Leben einladen – auch wenn es manchmal nicht so leicht ist. Und doch ist es so.
Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es wichtig ist, erst einmal zu erkennen, was mir gut tut. Wie muss eine Beziehung sein, damit ich mich mit ihr wohl fühlen kann? Und spannenderweise, je klarer ich mir darüber wurde, kamen tolle Menschen in mein Leben, die dazu passten. Wenn ich mich nur mit der Frage beschäftige, was ich NICHT will, beschäftige ich mich immer wieder mit dem, was mir nicht gut tut. Ich lade es immer wieder in mein Leben ein und wiederhole immer wieder die alten Enttäuschungen. 🔄
Bitte verstehe mich nicht falsch: es ist nicht immer so einfach, wie es hier jetzt klingt. Es ist ein Weg, den man beschreitet. Und doch fängt er mit einem wesentlichen Schritt an: der Neuausrichtung. 🚶🏻♀️🚶🏼

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